Was hat es für Konsequenzen,wenn jemand ein Leben in der Opfer-Rolle zu führen?

Deine Frage

Es gibt Leute,die fühlen sich ein Leben lang als Opfer von etwas,etwa:
-ihrer schlechten Kindheit
-ihrer Eltern
-einer Krankheit
-ihrer Gene
-der Ungerechtigkeit der Welt generell etc…

Kann man SO gut leben und,wenn nicht,wie bekommt man jemanden dazu diese Rolle abzustreifen?

Antworten

  1. Ich würde denken, man muß da unterscheiden. Es gibt Leute, die die Opferrollle für sich kultivieren und eine Lebensart daraus machen. Wie in einem Hollywood Film. Die gibts leider auch.

    Und dann gibts die, die wirklich Opfer sind.

    Man kommt schon aus der Opferrolle heraus, allerdings meist mit professioneller Hilfe und viel Zuspruch von außen.

    Es gibt allerdings Leute, die nutzen ihr "Opfer sein" aus und jammern ihr Leben lang herum, für diese Leute ist es einfacher, wenn sie die Schuld allem und jedem zuschieben können. In dem Fall wird das "Opfersein" instrumentalisiert, teilweise auch bewußt. Das ist ein Unterschied, ob man die "Schuld" immer bei andren sucht oder immer bei sich.. Darf man nicht in einen Topf mit echten Opfern werfen!

    Wobei: "Schuld" ist ein echtes Opfer nie. Die Umwelt, die mobbt, mißbraucht und ausgrenzt, trifft sehr viel mehr echte Schuld, daß es Opfer gibt und dass sie so schwer aus der Opferrolle herauskommen. Viele echte Opfer (typisch weibliche Reaktion) suchen Schuld nur bei sich allein. Schämen sich für ihre Existenz, ihr dasein, fühlen sich wie der letzte Dreck, ohne Lebensberechtigung, weil alle Fehler ja nur bei ihnen lägen. Und weil sie ja sooo fehlerbehaftet und minderwertig seien, ducken sie sich immer weiter.

    Das Opfer macht nur den Fehler für sich daß es sich keine Hilfe sucht aus der Opferrolle herauszukommen.
    Die Position verbessert sich nämlich nicht, wenn man immer in der Opferrolle drinbleibt.
    Man muß dann einen neuen Kurs für sich finden und die Leute, die auf einem herumtrampeln aus seinem Leben verbannen. Sich Mechanismen zulegen, daß das niemand mehr wagt, sich derart grenzüberschreitend zu nähern.

    Solange man ohnmächtig duldet und sich vor Scham und Selbstverachtung selbst ständig hintansstellt, keine Grenzen setzt (das NEIN sagen hat die verursachende Umwelt ja selbst unterbunden, weil es für die Quälenden so einfacher ist, es ist ein perfides Spiel mit Leben) spielt das Opfer unbewusst das fiese Psychospiel mit. Und in einem gewissen "Gewöhnungsstadium" des Spiels (sehr ungesund so was) glaubt das Opfer tatsächlich, es gäbe keinen anderen Weg, weil es keinen anderen kennt und weil es einfacher ist, nicht an sich zu arbeiten,weil das der härtere Weg ist, der unbekannte Weg, bleiben viele im alten Fahrwasser. Leider. Und dann dreht sich alles wieder von vorn, weil man immer so wunderbar einfach zu demütigen ist. Ein Teufelskreis. Die kollektiven Tritte (Mobbing zb.) bekommt immer der, der zum Zutreten förmlich "einlädt". Da hilft nur Abgrenzen und nochmal abgrenzen lernen.

    Wie gesagt, "Schuld" trifft das Opfer nicht. Es geht hier nicht um Schuld. Es geht um Verantwortung. Schuld trifft die Täter. Und viele Täter handeln leider auch aus einer Art falschverstandener Opferrolle, "rächen" sich aus der anderen "Opferrolle" heraus, in dem sie allem und jedem anderen die "Schuld" zuschieben für ihre falschen Verhaltensmuster.

    Nur ist jedes Opfer für sich und sein leben verantwortlich und muß begreifen, daß die anderen sich nicht ändern. Das Opfer muß selbst NEIN sagen lernen und Grenzen ziehen. Und das geht oft genug nur mit professioneller Hilfe. Und das Opfer muß sich selbst retten, indem es seine eigene Einstellung ändert. Das ist der härtere Weg. Die wenigsten Opfer finden ihre Ohnmacht lustvoll, davon bin ich überzeugt.
    Sie verhalten sich nur falsch, weil sie die falschen Verhaltensmuster eingetrichtert bekommen haben.

    Opfer haben in dieser Gesellschaft keinen guten Stand. Man putzt den Tätern hinterher. Man therapiert die Täter um einiges mehr, und die Opfer müssen sehen wo sie bleiben, denen wird die Hilfe nicht hinterhergetragen. und glauben tut den Opfern in der Praxis niemand.
    Das ist oft genug die Norm hinter dem Gutmenschentum. Und erzähle mir bitte niemand, daß das nicht so sei. Famillienreaktionen und Reaktionen aus dem sozialen Umfeld spielen sich ab wie aus dem Lehrbuch. Es sind immer die gleichen Mechanismen und die sind im Zweifel gegen die Opfer.

    Man macht sehr oft die Leidtragenden zu Verantwortlichen und spricht ihnen die Zurechnungsfähigkeit ab, damit die Nachbarn ein gutes BIld von einem haben. Das ist der ganz normale Wahnsinn. Der Druck der Herde scheint so groß zu sein, daß zb. in Familienstrukturen eher in Kauf genommen wird, daß man jemanden grundlos diskreditiert, wenn es dem eigenen guten Ruf dient.

    Betroffene können nur einsehen, daß andere sich nicht für einen ändern, man muß sein eigenes Leben umkrempeln. Die anderen werden sich nicht ändern. Niemals.

    Aber es gibt m. A. nach keinen Grund, in der Opferposition zu bleiben. Da muß ein Betroffener schon selbst heraus wollen.

    Und man muß selbst lernen, sich abzugrenzen, dabei muß man sich helfen lassen, wenn mans allein nicht schafft. Und es hilft, wenn man ein liebevolles Umfeld hat, das sich ein wenig auskennt und einen ein wenig begleiten kann.

  2. Ich bin kein Psychologe, aber jemand, der sich in der "Opfer-Rolle" wohl fühlt, wird keinen Grund finden, um es zu ändern. Es ist viel einfacher, jedes Problem auf eine andere Person, oder die Erziehung abzuwälzen, als bei sich selbst nach der Lösung zu suchen.

    Und ich weiß nicht, ob es Dir aufgefallen ist, oder ob es der Grund für Deine Frage ist. Personen in der "Opfer-Rolle" werden grundsätzlich gemoppt und haben wenig (oder gar keine) echte Freunde.

    Sie gehen so sehr in Selbstmitleid und ihrer Unsicherheit auf, dass das kein Platz für die Gefühle und Empfindungen anderer Menschen ist. Die kann man als echte (starke)Freunde nicht brauchen.

    Man nimmt sie in den Bekanntenkreis auf, weil die Person liebenswert ist und ihre Lebensuntüchtig zweitrangig ist.

    Das ist eine bescheidene Umschreibung, aber ich weiß nicht, wie ich es besser sagen soll.

  3. die Konsequenzen dürften eine schwere Depression sein, und irgendwann ein Amoklauf, um alle die Schuldigen zu erledigen.

    Mann bekommt die Leute dazu, das loszuwerden indem man etwas erzeugt was einem Amoklauf gleichkommt. Also etwas was denjenigen dazu bringt aktiv zu werden und das Leben in die Hand zu nehmen das kan auch erstmal rein innerlich sein, etwas das in einem schwingt sozusagen.

    Bei mir war es Musik, die sehr viel auslöst, ich singe innnerlich fast immer.

    Dann sollte man denjenigen auch unterstützen, z.b. einen Job der Spaß macht zu finden, oder überhaupt erstmal etwas womit derjenige aufhört immer darüber nachzudenken, wie ungerecht doch das Leben ist.

  4. Warum sollte das Opfer seine Rolle denn freiwillig aufgeben? Ist doch soooo bequem, alle anderen haben immer Schuld, nur das arme Opfer nicht. Es kann ja nichts dafür. Das Opfer übt dadurch Macht über die "Schuldigen" aus.
    Da kann wohl nur ein guter Psychologe helfen.
  5. Er wird niemals im Leben es zu etwas bringen. Weil dafür muss man sich zusammen reißen und über seinen eigenen Schatten springen.

    Ich dachte zuerst, Du meinst so Menschen, die immer ein Opfer sind. Frauen die immer wieder von ihren Partnern geschlagen werden. Menschen, die bei jedem Job gemobbt werden. Leute, die immer wieder betrogen werden.

    Solche Menschen gibt es auch. Und es gibt tatsächlich ein Training, was Menschen aus dieser Art Opferrolle herauszerrt. Bei Mobbingopfern zalt es sogar die Rentenversicherung (damit die Leute wieder arbeiten können)

  6. Was das für Konsequenzen haben kann?
    Ich habe jemanden in der Familie, der ein regelrechter Profi darin ist allen anderen die Schuld zu zu schieben. Derjenige findet wirklich für alles einen Schuldigen. Wenn er z.B. einen Strafzellel bekommt, fallen ihm mindestens vier Personen ein, die daran Schuld sind … nur er nicht. Bei ihm ist es aber so schlimm, dass er wirklich für alles den anderen die Schuld gibt. Auch für irgendwelche Nichtigkeiten. Es nervt tierisch. Vor allem, wenn er mit irgendwas Hilfe braucht. Und wenn du ihm hilfst und es dann doch nicht so klappt wie er wollte, bist du automatisch Schuld. Das geht bei ihm schon über Ämter und Behörden. Fazit: alle haben sich von ihm distanziert und die meisten aus meiner Familie werden sich hüten ihm mit irgenwelchen behördlichen Schreiben, oder sonstigem zu helfen.

    Mal psychologisch betrachtet: du fühlst dich besser, wenn du dafür, dass du versagt hast, jemand anderem die Schuld geben kannst, weil es dich entlastet ("Der hat gesagt ich soll…") Im Gegensatz dazu gibt es aber auch Menschen, die immer die Schuld bei sich selbst suchen. Das belastet die Psyche noch stärker als die Schuld bei anderen zu suchen. Übrigens: Männer neigen eher dazu die Schuld bei anderen zu suchen und Frauen suchen die Schuld meist zuerst bei sich selbst (ist wissenschaftlich erwiesen)

  7. Naja wenn da wirklich jemand so tief in der Opferrolle steckt wird das ohne Therapie wo ma alles aufarbeitet wohl nix mit dem "abstreifen" würd ich mal sagen.

    Ich denke nicht das man so gut leben kann…

  8. Es gibt Menschen die fühlen sich in dieser Opfer-Rolle wohl und wollen auch da nicht raus.Helfen kann da nur ein Profi-bei -ich-bin-an-allem-Schuld-,aber bei kleinen Schuldgefühlen(die ja jeder schon mal hatte)ist es am besten,wenn man darüber mit seinen aller besten Freunden redet.Konsequenz bei Opfer-Rolle:-kein Selbstbewußtsein,-keine persönliche Entwicklung,-keine eigene Wertschätzung,-keine Weiterentwicklung und zum Schluß Ende und Achtung seines eigenen ICH's….
  9. Es ist bequem, man muß an isch nichts ändern, man kann die Verantwortung auf andere abschieben. Bei uns in Deutschland ist das ein gesellschaftlicher Trend. Niemand ist mehr für sich selbst verantwortlich, alle jammern. Ich denke, ohne eine echte Therapie kann man niemanden dazu überzeugen, diese Rolle abzustreifen, und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
  10. manche benützen das evtl. auch nur als ausrede, weil sie schlecht gelaunt sind oder etwas bestimmtes nicht erreichen können.. klar kann da jeder rauskommen der nicht voll und ganz depri und pessimistisch eingestimmt ist..
    ich glaube an die kraft der gedanken 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.