Wer ist unschuldig und wer nicht?

Deine Frage

Ein paar Jugendliche laufen nachts durch die Straßen. Plötzlich wird einer der Jungs von einem Betrunkenen Mann von hinten angegriffen und gewürgt. Dieser versucht sich zu wehren indem er dem Betrunkenen reflexartig einen Schlag mit der Faust gibt, worauf der Angreifer dem Jugendlichen auf die Brust zurück schlägt. Dieser wiederum wehrt sich und gibt dem Mann ungewollt einen so starken Schlag, dass er zu Boden fällt, mit dem Kopf aufschlägt, eine Platzwunde bekommt und ohnmächtig wird. Die Freunde des Jungen, welche alles mit angesehen haben, rufen sofort den Krankenwagen und die Polizei.

Meine Frage: Wie sieht es mit der Bestrafung für die beiden (Betrunkener und Junge) aus? Wird der Junge nun wegen Körperverletzung angezeigt und bestraft? Was ist mit dem Betrunkenen, der ja eigentlich verantwortlich für das ganze Geschehen ist?

Danke für eure Antworten =)

Antworten

  1. @hermann: Sowas wie "Aussage gegen Aussage" gibt es nicht im Strafrecht, zumal es in dem geschilderten Fall von Zeugen nur so wimmelt.

    Die Sache ist diffizil. Der Jugendliche wird wahrscheinlich, genauso wie der Betrunkene, ein Strafverfahren am Hals haben. Der Jugendliche, weil "möglicherweise" der Suff des Betrunkenen erkennbar war, dann ist er dran wegen "Überschreitens der Notwehrrelation". Weglaufen hiflt nämlich auch und ist strafrechtlich zumutbar (Betrunkene kommen da nicht mit!). Der ungewollte Schlag lässt fahrlässige Körperverletzung erkennen, eben aus dem Gesichtspunkt der Überschreitung der Notwehrrelation. Wie gesagt, Weglaufen ist zumutbar, wenn auch in einer Macho-Gesellschaft nicht annehmbar. Sehr diffizil. Der Tatrichter wird viele Zeugen vernehmen. Deshalb ist "Aussage gegen Aussage" schon Quatsch. Sagen die zeugebn anständig aus, wird das Verfahren eingestellt, das ist mal sicher, ich habe einige solcher Verfahren durchgemacht (auf der Richterbank!)

  2. Also dem Jungen kann man Notwehr zusprechen, sodass dieser als rechtlich unschuldig gilt.

    der Betrunkene bekommt aus seinem Zustand heraus betrunken zu sein gemilderte Umstände, fragt sich aber inwieweit ihm das nützt. Die Krankenkasse wird mit Sicherheit nicht bezahlen….. diese Geier 😛

  3. Der Junge hat in Notwehr gehandelt! Damit ist das Recht auf seiner Seite
  4. § 32 StGB Notwehr

    1. wer eine Tat begeht, die durch Notwehr gegeben ist, handelt nicht rechtswidrig.

    2. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff
    von sich oder anderen Abzuwehren.

    Deine Schilderung der Geschehnisse, lassen und das konkludent die Notwehr erkennen. Eine Bestrafung des Jungen wird es nicht geben. Wer sich Strafrechtlich verantworten werden muss, ist der Betrunkene, den dieser hat eine Körperverletzung begangen.

    "TM"

  5. … habe ich noch nie gehört, dass Betrunkene – andere von hinten angreifen. Solchen Leuten kann man doch ganz leicht aus dem Weg gehen. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass das Geschehen nicht ganz der Wahrheit entspricht, sondern hier eine Legende fürs Gericht zusammengeschmiedet werden soll.
  6. Das wird vermutlich der Richter feststellen, wenn es zur Verhandlung kommt.Davon ist wohl auszugehen, da der Betrunkene Verletzungen davon getragen hat und die Krankenkasse den Verursacher wissen will, um sich die Kosten zurückzuholen.Wenn die Polizei den Fall aufgenommen hat, wird es wohl so sein, das Aussage gegen Aussage steht.Und den Fall klären kann dann wohl nur das Gericht.
  7. der junge ist grundlos geschlagen worden (unschuldig)
    der alki is schuldig(er hat begonnen)
    der junge hat in notwehr gehandelt
  8. Der Besoffene ist hier erstmal als Täter anzusehen.
    Bei dem Junge kann man u.U. von einer Notwehrhandlung ausgehen, das ist dann ansichtssache des Richters. Wichtig ist auch ob der Betrunkene "erkennbar Schuldunfähig" war.

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