Wer vermisst manchmal auch Teile seiner "Vergangenheit" bzw. Jugend?

Deine Frage

Hallo Ihr Lieben,

bin gerade nach ewigen Zeiten mal in einem Forum gelandet, in dem ich vor ca. 7 – 8 Jahren noch aktiv war wegen eines Hobbies. Und ja, da kamen doch sentimentale Gefühle in mir hoch. Habe mal die alten Postings von 2005 etc. durchgelesen und muss gestehen, dass ich trotz meines jetzigen Lebens (mit dem ich eigentlich sehr glücklich und zufrieden bin) eine gewisse Sehnsucht nach der "alten Zeit" verspürt habe.

Auch erwische ich mich – jedoch schon länger – immer wieder dabei, wie ich uralte Fotos aus Kindertagen bzw. noch davor (also die alten Familienfotos meiner Großeltern etc.) rauskrame und stundenlang darin rumschnüffeln kann. Besonders extrem ist es bei einer Fotocollage, die mir eine Nachbarin meiner Eltern vor einiger Zeit überreicht hat. Auf dem Foto sind unsere ganzen alten Nachbarn aus der Zeit, als ich so zwischen 4 und 10 Jahren alt war, abgebildet. Ich fand das so nett, aber gleichzeitig hat es mich doch ein bisschen traurig gemacht, als mir bewusst wurde, dass gut 3/4 der abgebildeten Personen inzwischen verstorben sind.

Wenn ich realistisch zurückdenke, war meine Kindheit/Jugend/Vergangenheit nicht außergewöhnlich glücklich, sodass es eigentlich überhaupt keinen Grund gibt, da irgendetwas großartig zu vermissen. Bin ich einfach nur übertrieben sentimental oder beschäftigt ihr euch auch zwischendurch mal mit der Vergangenheit?

LG
Manjula

Antworten

  1. Bin mir nicht sicher, ob ich deine Frage richtig verstehe.
    Das Gefühl, etwas zu vermissen – also etwas zu entbehren, bedarf das Bewußt Sein, das einem etwas fehlt, also das man noch etwas braucht, um sich vollkommen zu fühlen, ohne Einschränkung.

    Hier gilt es zu allererst genau zu prüfen, was denn genau fehlt, warum es fehlt und worauf die diesbezügliche Einschränkung beruht und wodurch sie hervorgerufen wurde.

    Wenn Du zurückdenkst, so tust Du es aus der heutigen Perspektive. Hier ist es wichtig, nicht die Achtung und das Verständnis für sich zu verlieren. Dies gewährleistet die konstruktive und weiterführende Verbindung von deinen Gefühlen und der "realistischen" Sicht zu einem wahrhaftig authentischen Da Sein.
    Du warst damals dabei – hast also alles "live" miterlebt und die Gefühle, die da hochkommen sind es wert, beachtet zu werden. Besonders wenn Du nun als Mutter mit Hilfe deines Kindes direkten Zugang zu den Bedürfnissen, den Gefühlen und dem Verhalten der weitgehend ohnmächtigen Kleinen hast und so über einen Spiegel für deine scheinbar vergessenen Erlebnisse verfügst.

    Du bist nicht übertrieben sentimental, sondern achtsam wahrnehmend.
    Das ist gut und hilft Dir Dich vollkommener wahrzunehmen und zu fühlen.
    Wenn Du auf Gefühle triffst, die Dich traurig stimmen, so wollen diese Erlebnisse Trost erfahren und dies geschieht am ehesten, indem Du diese Gefühle achtest und für deine Bedürfnisse sorgst.
    Je ehrlicher Du Dich als Kind spüren kannst, um so achtungsvoller kannst Du mit Dir und deinem Kind umgehen und ihm das schenken, was es von Dir braucht.

    Das Menschen sterben ist alltäglich und dennoch berührt es einen ganz besonders, wenn man die Endlichkeit im Leben vor Augen geführt bekommt. Dabei ist das Ende nicht anderes als ein neuer Anfang, wenn wir die Erweiterung wahrnehmen und mit ihnen wachsen.
    LG Jo

  2. Macht das nicht jeder…gelegentlich ? Ich jedenfalls blättere auch gerne mal in alten Fotos, aber höchstens einmal im Jahr. Alles was meine Kindheit und Jugend betrifft hab ich ziemlich gut im Hirn gespeichert. Ich hatte eine sehr glückliche Kindheit, aber sehr schwierige Jugend, an die ich mich aber trotzdem gerne erinnere.
  3. Das ist schon eigenartig. Wenn ich manchmal die ganz alten Bilder anschaue von meinen Ureltern oder von Opa und Oma dann bleibt die Zeit für mich, in dem Moment stehen. Manchmal sehe ich mich darin selbst obwohl noch nicht geboren aber da kommt dann so eine Sehnsucht auf. Vielleicht weil es da noch nicht so hektisch war wie heute. Jedenfalls war meine Kinheit/Jugend/Vergangenheit auch nicht gerade glücklich. Wenn glücklich dann habe ich mir die selbst zu verdanken. Auch heute noch. Liebe Grüße Sy
  4. ruck-zuck, mau-mau, bunga-bunga, rot-weiß, schach-matt, ziemlich-zügig (zz), oben-ohne, geschickt -geschi*ssen (uuups, haben wir als kinder immer mal gesagt), flick-flack, balla-balla, ex und hopp…na da gibt es sicher noch mehrere, aber die wollen mir gerade nicht einfallen…;-)
  5. aus der heutigen sicht kannst du die dinge bewusster und auch dankbarer sehen, aus mehreren winkeln, mit mehr tiefenschärfe, was dafür spricht dass du deine zeit nicht vertrödelt hast, spirituell gesehen. ich mache auch oft zeitreisen in die vergangenheit. aus verschiedenen gründen. wichtig ist nur eins, die vergangenheit nicht ausbeuten wollen. sonst ist alles erlaubt.

    es gibt ja grundsätzlich 2 möglichkeiten des handelns. eine ist die des ständigen ausbeutens von allem und jedem, eine andere ist die des dienens.

    das ausbeuten macht die dinge und die menschen tiere und pflanzen kaputt. das dienen dagegen ist nondestruktiv. da kann man jedenfalls immer sein bewusstsein erweitern.

    wenn du einen punkt in der vergangenheit gefunden hast, der dich interessiert, dann nichts wie hin! es gibt kein gesetz, das dich verpflichtet immer in der gegenwart zu sein.

    die spirituelle seele ist ja sowieso ausserhalb von raum und zeit. die angeblich gefährlichen interferenzen (man trifft sich selbst wieder, man verändert die zeitlinie auf unkontrollierbare weise etc), wenn man in die vergangenheit reist, das ist alles humbug. jedenfalls ist das kein problem, wenn du es im vollen spirituellen bewusstsein machst.

    die vergangenheit erforschen ist ein tolles thema und ein edles unterfangen. aber man braucht dazu auch eines, nämlich loslösung. und dann wirst du auch kein chaos anrichten, egal was du machst in der vergangenheit.

    die heisenbergsche unschärferelation ist meiner meinung nach ja auch gültig jenseits der grenzen der gegenwart. das heisst, die beobachtung allein schon der vergangenheit verändert dieselbe, wenn auch nur minimal.

    ich finde die vergangenheit super interessant. die zukunft eigentlich gar nicht so.

    grüße, der hund des schrödingers.

  6. Also bei mir kommen auch immer Nostalgiegefühle auf, wenn ich Sachen aus der vergangenheit sehe oder an Momente von früher denke. Erst letztens hab ich einen Opa vermisst, der uns immer Süßigkeiten gegeben hat, wenn wir auf ihn draußen gestoßen sind. Meine Cousine und ich fanden ihn immer so nett.

    Nostalgie an sich ist doch nichts schlechtes. Ich würde sogar behhaupten sie ist gesund. Das zeigt und doch letztlich nur, dass wir eine Zeit unseres Lebens glücklich verbracht haben. Das man Menschen vermisst gehört eben auch dazu. Sowas kann man eben nicht ersetzen.

    Solange man nicht komplett in der Vergangenheit lebt und sich aus diesem Grund nicht mehr im hier und jetzt zurechtfindet ist das etwas ganz normales und schönes. Erst wenn das anfängt den Alltag zu bedrängen oder ihn zu stören, fängt das an ungesund zu werden.

    Im Pädagogikunterricht haben wir einmal gelernt, das eine schlechte Angewohnheit lediglich eine Macke ist, solange sie nicht anfängt dein Leben bzw. deinen Alltag zu stören.
    Ich für meinen Teil, finde das passt auch hierzu.

    Wir sind nur Menschen. Es ist uns erlaubt Sachen mal zu vermissen oder etwas zu denken, wie z.B.: "Früher war es schön, schade dass die Zeit vorbei ist." Leute zu vermissen ist genau das Selbe.
    Dafür muss eine Kindheit/Jugend nichts außergewöhnliches sein. Es reicht einfach nur glücklich gewesen zu sein. Am Ende ist das doch das Wichtigste. 😀

  7. Oooh ja hmmpf )):
    Übrigens bin 9
  8. ja …………… zur zeit oft ………….. hatten kurz vor weihnachten einen trauerfall ………. und denke oft an die zeit wie es mal war

    hatte eine glückliche und schöne kindheit …………. und auf einigen fotos sieht man personen, an denen ich lange nicht mehr gedacht hab

    kommen glückliche und traurige erinnerungen zusammen

  9. vermiss auch manchmal meine kindheit
  10. sowas ist ganz normal, manchmal hat man halt so "Phasen" in denen man viel an frühere Zeiten denkt, aber das ist auch bald wieder vorbei und du konzentrierst dich wieder auf die Gegenwart

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